Biketour von Cape York nach Cairns / Australien


Von Cape York nach Cairns

Der Streckenverlauf:

Im Juni 2006 bin ich mit dem Bike und der Ausrüstung auf die Insel Horn geflogen, um zum Cape York zu gelangen. Dort begann die Reise in den Süden entlang der alten Telegraphroad. Der Streckenabschnitt bis nach Cairns, führt durch sehr schöne Regenwaldgebiete. Es gibt jede Menge Krokodile, Vogelarten, Kangaroos aber auch steile Flussdurchquerungen und Abenteuer vom Feinsten. Von Cairns wird eine südwestliche Linie beibehalten in Richtung Mt. Isa , Winton und Birdsville. Von dort fuhr ich auf dem Sandover Highway nach Alice Springs. Im Zentrum von Australien beginnt die lange einsame Strecke entlang des Gunbarrel Highways bis in die Goldregionen von Kalgoorlie und weiter hinunter in die grünen Regionen um Esperance im Süden von Westaustralien. Endstation der Tour ist Cape Leeuwin und Perth.

Diese Biketour durch Outback und Regenwald von Australien hat viel Potential für Abenteuer und herrliche Naturerlebnisse. Wenn abends der australische Himmel in all seiner Pracht funkelt und leuchtet, ist es immer wieder ein tolles Erlebnis am Lagerfeuer zu sitzen. Im Topf kocht eine Suppe und die Flammen tanzen im knisternden Holz. Irgendwo im Baum schreien Vögel und es gibt Vogelzoff. Das Heulen der Dingos klingt bizarr und unheimlich. Mit meinen Gedanken bin ich immer noch auf der staubigen Piste, bei den Menschen die heute stehen geblieben sind und mir Wasser oder ein kaltes Getränk angeboten haben. Vicki und John hielten Ihr Wohnmobil an und es gab Kaffee mit Kuchen, draußen im größten Wohnzimmer der Welt...dem australischen Outback. Eine andere Familie blieb stehen und gab mir 2 Liter eisgekühltes Wasser. Die Leute meinen es gut und wären geschockt wenn man das Angebot nicht annehmen würde. Außerdem würde man als verrückt bezeichnet werden Wasser abzulehnen, ist Wasser doch der Lebenssaft im Outback. Ich habe während der gesamten Fahrt das Wasser aus den fließenden Bächen getrunken und in den tiefen Stellen gebadet. Die Tankstellen entlang der Route habe ich versucht am Abend zu meiden. Das lästige Rattern des Dieselmotors und Stromerzeugers nervt und es war manchmal bis spät in die Nacht zu hören. Draußen in der Natur ist die Nacht ruhig. Nach einem langen Tag in der Sonne, dem Staub und den vielen Wasserdurchquerungen ist es sehr angenehm die Nacht während der Vollmondphase unter den hohen Eukalyptusbäumen zu verbringen. Es gibt viele Menschen die keine einzige Nacht alleine im Outback verbringen würden, doch ist das australische Outback vielleicht der sicherste Platz auf Erden

Ich habe auf meinen Biketouren  im Dschungel und in den Wüsten von Afrika, Südamerika, Australien und Asien viele Nächte in meinem Zelt verbracht und bis jetzt jede Nacht überlebt. Draußen in der Natur zu leben, erleben und überleben sind wohl die ersten Schritte die man unternehmen muss um eine Biketour genießen zu können. Wie überwindet man den Angstfaktor? Angst ist bei allen Lebewesen Selbstschutz und kann durch realistisches Überlegen abgebaut werden. Wichtig ist es, einen Platz zu finden auf welchem man sich wohl fühlt. Ich suche mir mindestens eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit meinen Übernachtungsplatz aus. Stelle mein Zelt auf, mache ein Feuer und lege mir einen „ richtig schönen Knüppel" neben dem Zelt zurecht. Ich bin zu Gast in der Natur in welcher Wildschweine, Dingos, Krokodile und Schlangen leben und außerdem könnte es ja sein, dass sich so ein Tier etwas zu Nahe an mein Zelt verirrt und ich müsste eventuell eingreifen nicht aber angreifen. Wenn es dunkel wird habe ich genügend Kohle um in aller Ruhe mein Essen zu kochen und den Abend mit den Tageserlebnissen ausklingen lasse. Nachdem ich den ganzen Tag unterwegs war schlafe ich meistens sehr gut und tief bis ich am Morgen von Kookaburras geweckt werde. Mein bevorzugter Campingplatz ist ein ausgetrocknetes Flussbett oder ein freier Platz welcher von den Straßenarbeitern für den Straßenbau ausgehoben wurde und als Ablagerungshalde für Schotter, Sand und Wasser benützt wird. Diese Plätze sind frei zugänglich und haben manchmal Schotterberge die ich als Windschutz benütze.

Vorteil: Diese Plätze sind ideal um ein Feuer zu machen, da der Platz grasfrei ist. Zudem hat man einen guten Überblick und manchmal ist sogar ein Wasserloch vorhanden. Meistens sind diese „Schottergruben" etwas abseits der Straße. Wie erkennt man und wie findet man diese Plätze? Alle 20 bis 30 Kilometer gibt es einen derartigen Platz auf welchem der Schotter für den Straßenbau ausgehoben wurde. Die Zufahrt ist nicht markiert doch meistens erkennbar durch die Reifenmarkierungen von Schwerfahrzeugen oder durch sichtbare Lichtungen in den Bäumen. Wenn man öfters im Outback unterwegs ist, erkennt man diese Stellen.

Die gesamte Strecke von Cape York bis nach Cairns ist im wahrsten Sinn des Wortes eine Strecke mit allem drin und allem drauf, vom Trampelpfad im Norden bis zur Autobahn die nach Cairns führt. Die Piste im Norden führt durch den Regenwald und durch offene Savanne. Im Norden sind die Flussdurchquerungen sehr steil abfallen und tief. In anderen Gebieten wiederum ist die Straße mit einem Highway zu vergleichen. Lange sandige Strecken sind für Radfahrer eine absolute Qual denn es muss geschoben werden. Kaum hat man die sandigen Passagen bewältigt trifft man auf eine Wellblechpiste vom Feinsten. Zwischen den verschiedensten Teilstücken gibt es kürzere Abschnitte die asphaltiert sind. Diese sind angelegt worden um den Asphalt für die spätere Asphaltierung der Straße zu testen. Staub und Steine wirbeln durch die Luft wenn vorbeifahrende Autos über die Piste „ Brettern" und bei Regen wird die Straße zur Schleuderbahn. Erholung von den Strapazen findet man in den Rasthäusern, die Getränke und manchmal auch Essen anbieten. Lebensmittel in den Rasthäusern gibt es so gut wie keine zu kaufen, da die Autofahrer ziemlich alles mitschleppen. Auf der 900 Kilometer langen Strecke von Cape York bis Cooktown gibt es 4 Möglichkeiten Nahrungsmittel zu kaufen. Teure Supermärkte gibt es jeweils in Seisia, Bamaga, Coen und Cooktown. Wer die Strecke nicht zweimal mit dem Fahrrad fahren möchte wird die Brieftasche weit auftun müssen um wieder zurück nach Cairns zu kommen. Von Seisia geht eine Fähre nach Thursday Island Preis $44.- p.p und $26 fürs Bike von Thursday Island mit der Fähre nach Horn Island $12 p.p. Von Horn Island per QantasLink nach Cairns der 2 std. Flug kostet ca. $240.- plus $20.-  Buchungsgebühr Plus $16.- für die Bikebox. Alternativ gibt es einen Flug von Bamaga nach Cairns für $460.- oder ein Boot von Seisia nach Cairns. Dieses ist aber meistens ausgebucht bei Touroperators und ist wesentlich teurer als das Flugzeug. Also bleiben zwei andere Varianten übrig:  Daumen in Richtung Cairns halten oder nochmals 1200 Kilometer in die Pedale treten. Wer diese Biketour machen möchte dem wünsche ich viel Spaß. Und noch was... die Strecke ist nur ab Mai/Juni und vor dem Einsetzen der Regenzeit zu empfehlen, alles andere ist verrückt denn die Flüsse steigen in der Regenzeit zeitweise bis zu 10 Meter und darüber an.

Oktober 2006

Mein soeben beendeter Aufenthalt in Europa war ein sogenanntes work und travel talk und walk Erlebnis. Aus den geplanten 10 Tagen sind es fast 5 Wochen geworden. Mit Gesprächen vielen Kilometern und einem regen Ideenaustausch. Mit dieser Arbeit habe ich den Grundstein für die nächste Zeit gelegt. Reisen per Bike wird auch weiterhin auf meinem Reisemenü zu finden sein.

Eine Einladung nach Zagreb in Kroatien habe ich gleich nach der Eurobike angenommen. Von Friedrichshafen nach Zagreb ging es natürlich im Komfort eines knappen 90 Minuten dauernden Fluges mit Croatian Airlines. In Zagreb wurde eine wunderbare Fahrradausstellung eröffnet zu welcher ich einen kurzen Vortrag zum Thema Radreisen gehalten habe. Etwas ruhiger ging es nach all den Messen zu, denn ich verbrachte eine angenehme Woche im Elternhaus meiner Frau und ich stöberte viele Stunden in meinem Fotoarchiv herum um das Bildmaterial für mein neues Buch zu sortieren. Dies war für mich eine Reise in die Vergangenheit aus der ich erst während dem Rückflug von Frankfurt nach Cairns erwachte.

Wieder zuhause in unseren eigenen Wänden umgeben von einem liebevoll von Renate gepflegtem Garten kann ich mich jetzt in aller Ruhe auf die kommenden harten und heißen Zeiten in der australischen Wüste vorbereiten. Am 25. Oktober geht die Biketour von Ost nach West quer durch den australischen Kontinent weiter. Vor meiner Abreise habe ich noch viele Angebote für meinen neuen Vortrag und das neue Buch bearbeitet. Wenn alles nach Plan läuft und ich werde mein Bestes tun damit es so läuft, werden beide Projekte zur nächsten Eurobike 2007 fertig sein.

Es sind dann 30 Jahre die ich mit dem Bike unterwegs bin und zwar von Oktober 1977 bis Oktober 2007. Aus diesem Grund werde ich im nächsten Jahr einige Monate in Europa verbringen um das Buch und den Vortrag anzubieten. Wie schon erwähnt geht in einigen Tagen meine Fahrradtour quer durch den australischen Kontinent weiter. Mit all den unerwarteten Aufgaben und Ereignissen in den letzten Wochen komme ich jetzt in die große Sommerhitze und Meteorologen sagen einen ungewöhnlich heißen und von Stürmen geprägten Sommer voraus. Das Abenteuer in diesen Regionen der Erde werde ich wohl nicht suchen müssen den es wird mir knallhart ins Gesicht starren.  In diesem Sinne bis zum nächsten Sandsturm um mein Lagerfeuer in der Wüste.

Ach ja stimmt! Nicht vergessen www.tilmann.com anklicken da gibt es die heißen News aus der Wüste. Grüsse Tilmann

Dezember 2006

Die ewig erscheinenden, rotgefärbten Weiten im australischen Kontinent vermitteln Abenteuer und Sehnsucht nach Freiheit. Meistens werden diese Gefühle zufriedengestellt indem man sich in ein Auto setzt, das Nötige für den persönlichen Bedarf mitnimmt. Country Musik, und kühle Getränke, sorgen auf der Fahrt zum Ziel für Unterhaltung. Das Rattern im Auto auf der Wellblechpiste ist Teil des Abenteuers und wird gerne in Kauf genommen. Schließlich ist man weit von der Heimat, im Land der unendlichen Freiheit auf Abenteuertour unterwegs.

Anders sieht eine Reise quer durch Australien mit dem Fahrrad aus. Kühle Getränke haben Seltenheitswert, Country Musik kommt von den vielen Vogelarten entlang der Route und die Wellblechpiste wird zum Sitzhorror. Der Staub verfärbt die Bekleidung, die Haut und den Fahrradrahmen. Dies alles sind die natürlichen Zutaten einer australischen Fahrradtour im Outback. Immer wieder taucht in meinem Kopf die Frage auf warum ? Meistens beantworte ich diese Frage sehr schnell mit einer Gegenfrage. Warum nicht?

Wie sieht nun so ein Tag im Outback von der Fahrradperspektive aus? Gegen 04:30 verkünden die ersten Vogelstimmen das Erwachen eines neuen Tages. Es scheint sich ein Machtkampf der Lautstärken zu entwickeln bei welcher das Lachen des Kookaburras den Gesang anderer Vogelarten übertönt und als überlegener Sieger in den Tag fliegt. Gegen 05:00 Uhr habe ich mein Zelt zusammengepackt alle Taschen hängen am Fahrradrahmen  und es kann kräftig in die Pedale getreten werden. Kurze Zwischenstopps zum Trinken sind wichtig. Gegen 10:00 fängt es an so richtig heiß zu werden. Die Sonne brennt vom Himmel und der Schweiß rinnt bis zu den Zehenspitzen. Dazwischen bin ich öfters am Straßenrand gestanden um den Monstertrucks auszuweichen. Mit einer Länge von über 50 Metern sind sie die wahren „Kings of the road.“

Gegen 11:00 wird die Hitze unerträglich und es ist Zeit ein schattiges Plätzchen zu finden. Dies kann im Outback problematisch werden. Entweder sind die Bäume zu weit weg von der Straße oder man kommt gar nicht zum Baum hin. Im schlimmsten Fall ist es mir schon passiert, dass ich am Straßenrand stand und meine Augen in der flimmernden Hitze nichts als  gähnende Leere entdeckten. Den einzigen Schatten den ich weit und breit zu sehen bekam, warf ich selbst im Outback stehend mit meinem Fahrrad. Gegen 12:00 Uhr steht die Sonne senkrecht über den Bäumen und wenn der ausgewählte Baum zu klein ist dann gibt es so gut wie gar keinen Schatten. Meistens weht ein heißer Wind. Dies kann angenehm aber auch sehr unangenehm werden. Habe ich  ausreichend Wasser dabei oder ich finde einen Rastplatz mit Wasser kann ich mir mit einem feuchten Tuch den Körper kühlen. Unangenehm wird es wenn man weder Schatten noch ausreichend Wasser vorfindet. Die  Mittagshitze von 11:00 bis 15:00 Uhr ist erdrückend. Schlafen ist fast unmöglich wegen der lästigen Fliegen, Ameisen, Spinnen, Schlangen und der Hitze. Der Boden ist zu heiß für die Matte und das Zelt, für die Hängematte fehlen meistens starke Bäume. Ich habe einen kleinen angenehmen „ Walkstool „ dabei. Dies ist ein kleiner, faltbarer und sehr leichter Dreibeiner. Ich habe gelernt im Sitzen zu rasten. Nach 15:00 Uhr geht meine Tagesetappe weiter. Erst nach 17:00 Uhr wird es kühler und angenehmer zum Radfahren. Kurz vor Dunkelheit suche ich einen Zeltplatz für die Nacht. Wenn ich es nicht in ein Dorf oder eine Raststätte mit Zeltplatz schaffe, übernachte ich aus Sicherheitsgründen etwas abseits der Straße. Im Zelt und auf einer Matte schlafe ich besonders gut.

Während meiner jetzigen Tour von Cape York bis zum Cape Leewuin  bin ich über 3.000 Kilometer gefahren. Momentan bin ich zuhause in Cairns. Nach Weihnachten fliege ich zurück nach Alice Springs um die Reise fortzusetzen. Meinen Traum einmal mit einem Liegerad eine längere Strecke zu bewältigen hat mir die Fa. HP Velotechnik erfüllt. Im Januar 2007 geht die Tour mit einem Scorpion  Dreirad weiter. Wenn ich mir diesen Traum erfüllen kann, heißt es „IM LIEGEN DURCH DIE WÜSTE FLIEGEN“ Also bis zum nächsten Pitstopp. Weitere Infos gibt es wie üblich bei www.tilmann.com

Grüsse Tilmann

Januar 2007 - SO GEHT ES WEITER:

Im Jahr 2007 stehen wieder viele Kilometer auf meinem Reisemenue. Angefangen wird bereits am 06. Januar mit einem Flug von Cairns nach Alice Springs um von dort meine Cape to Cape Tour mit einem Scorpion Liegerad fortzusetzen. Die Route führt zuerst zum Ayers Rock und dann südlich in Richtung Adelaide. Anschließend fahre ich entlang der  Nullabor Plains bis zum Cape Leewuin und weiter nach Perth. Nach der 8.000 kilometerlangen Reise von Cape to Cape werde ich 4 Monate in Cairns verbringen um meine Regenwaldtouren zu organisieren und mich für meinen Aufenthalt in Europa vorzubereiten. Bis dahin ist noch etwas Zeit,  zuerst wartet ein absolut neues Abenteuer auf mich.  Ein neues Liegerad von HP Velotechnik steht für mich in Alice Springs bereit. Ich habe ja überhaupt keine Erfahrung mit einem Trike zu fahren und es wird bestimmt eine sensationelle Herausforderung werden mit dem Scorpion die restlichen 5.000 km zu bewältigen. Nicht nur ist das Liegerad neu, sondern für mich auch alles was damit verbunden ist. Dies erfordert komplettes Umdenken, denn ich kenne nur meinen Körper. Meine Partner und Sponsoren waren sehr großzügig und haben mir jeden Wunsch erfüllt. So habe ich von Rohloff eine Speedhub für das Scorpion bekommen und Magura hat mir die Bremsen zur Verfügung gestellt. Der Rest kommt von HP Velotechnik.

In der Zwischenzeit hat sich der Wettergott Australien ais Spielplatz ausgesucht. Im  Jahr 2006 gab es  Cyclones, Dürre, Überschwemmungen und Waldbrände wie nie zuvor und es wird auf dem politischen Weg an einer neuen Strategie für ganz Australien gearbeitet. Wasser, Wind, Wetter und alternative Energien sind dabei die Hauptthemen. Momentan herrschen auf der einen Seite des australischen Kontinents Waldbrände, während im  Westen der erste Cyclone der diesjährigen Regensaison die Wüstengebiete heimsucht. Der Überhammer kam jedoch als es im Bundesstaat Victoria im Hochsommer... zu Weihnachten ausgiebig schneite. Ab nächster Woche geht meine Reise von Cape to Cape weiter und ich freue mich schon auf die neue Herausforderung.

Grüße Tilmann 
 

Scorpion am Ayers Rock ...

06. Februar 2007


Wasser, Wind und Wüste zwischen Alice Springs und Adelaide.

Am 06. Januar 2007 habe ich das HP Velotechnik Scorpion Liege-Dreirad in Alice Springs empfangen. Die erste Biketour führte mich zum Ayers Rock und zurück und ich muß sagen, dass es mir bis jetzt sehr gut gefällt mit dem Scorpion unterwegs zu sein. Zur Zeit herrscht hier im Zentrum von Australien Regenzeit und ich habe mich entschlossen meine wasserdichten Vaude Taschen beizubehalten. Normalerweise wird das Scorpion mit eigens dazu produzierten Taschen geliefert. Ich hatte meine Ausrüstung bereits für das Tourenrad festgelegt und diese dann auch auf dem Scorpion befestigt und übernommen. Es passte alles dazu, dran und drauf. Der Regen und die Überschwemmungen ließen nicht lange auf sich warten und somit konnte ich mich selbst als Schwimmer und das Trike als Amphibienfahrzeug testen. Reisen mit dem Scorpion außerhalb der Fluten ist sehr angenehm, entlastend und entspannend. Der Stuart Highway von Alice Springs nach Adelaide gehört nicht gerade zu den interessanteste Biketouren Australien, aber eine Herausforderung ist die Strecke allemal. Voraussichtlich werde ich Mitte Februar in Adelaide sein. Den nächsten Bericht gibt es von dort.

Grüsse aus dem australischen Outback. Tillmann

Rückblick auf die Cape to Cape Biketour

Ende März 2007 -

Ich bin mit meinem Koga World Traveller von Cape York bis nach Alice Springs gefahren. Von Alice Springs bis nach Cape Leeuwin habe ich das Scorpion Trike von HP Velotechnik benützt. Beide Räder waren mit Magura Scheibenbremsen und Rohloff Naben bestückt. Beim Scorpion wurde die Rohloff Speedhub mit einem Single Star Titanium Ritzel ergänzt. Ich habe beide Räder in ihrer Klasse als absolute Topmarken empfunden, da es absolut keine technischen Probleme gegeben hat. Mit dem Koga World Traveller bin ich bereits über 70.000 Kilometer gefahren und alles funktioniert immer noch einwandfrei. Mit dem Trike habe ich 3.600 Kilometer zurückgelegt und glaube kaum, dass ich dies als einen Test für das Trike sondern eher einen Test für mich bezeichnen kann. Das Trike wurde mit Top of the range Components bestückt und es war gar keine Frage ob die Ausrüstung durchhält. Ich hatte eher an mir und meinem Durchhaltevermögen gezweifelt, denn es war ja doch ein gewaltiger Umstieg vom Bike auf das Trike. Während der Tour wurde mein Geist und Körper um 3600 Km auf dem Liegerad bereichert.

Fazit: Das Scorpion Liegerad ist sehr bequem und entspannend zu fahren. Die üblichen Kontaktpunkte zwischen Mensch und Fahrrad werden beim Tourenfahren mit dem Liegerad minimal beansprucht. Die Schultern und Hände werden überhaupt nicht belastet. Für das Sitzfleisch und den Rücken sorgt eine bequeme Schale. Die Beine treten nicht kraftvoll nach unten sondern eher nach vorne. Diebezüglich bin ich mir selbst nach 3600 Kilometern nicht im Klaren was besser und entspannter ist.

Natürlich wird jeder Hersteller auf die Vorteile seines Produktes bestehen, doch bin ich der Meinung dass dies eine persönliche Erfahrung und Einstellungssache ist. Durch das Gepäck und meinem täglichen Wasserbedarf den ich mitschleppen mußte war das Scorpion schwer beladen. Das Treten an der Kurbel wurde dadurch etwas schwieriger als auf dem Koga Miyata. Durch die ausgeglichenere Verteilung des Gewichtes auf dem Koga World Traveller ist mir das Treten an der Kurbel leichter gefallen und ich habe dadurch auch täglich mit dem Bike größere Distanzen zurückgelegt.

 

Durch meine Kamera/Film/Laptop Ausrüstung und dem Wasserbedarf in den Wüstengebieten sind zwischen 10 und 15 Kilo Extragewicht am frühen Morgen zusammengekommen. Während des Tages hat sich das Gewicht dann verringert weil ich ja kräftig an den Wasserflaschen „gesaugt“ habe. Das Gewicht und die Masse muss man zuerst auf dem Trike unterbringen. Die Möglichkeiten das Gewicht und das Gepäck zu verteilen sind ja auf dem Scorpion limitiert. Da ich Australien und die Pisten und Straßen gut kenne war ich froh dass ich mich für die asphaltierte Straßenvariante mit dem Trike entschlossen habe. Die Great Central Road von Yulara nach Laverton wäre mir mit dem Trike bestimmt zum Verhängnis geworden. Die Strecke ist viel kürzer, die mit Sand und grobem Schotter bedeckte Wellblechpiste hätte mir arg zu schaffen gemacht. Für die kleineren Räder und das Gewicht auf dem Hinterrad wäre diese Strecke Gift gewesen und es hätte mir bestimmt keinen Spaß gemacht. So wie ich die Strecke jetzt gefahren bin habe ich schönes Bildmaterial gesammelt und ich habe mir mit dem Liegerad einen Traum erfüllt den ich wieder träumen möchte. Ich würde auf jeden Fall eine gute Strecke auswählen jedoch mit weniger Gewicht unterwegs sein um längere Tagesdistanzen zu bewältigen.

 

Das auf dieser Strecke benötigte Extragewicht ist einfach zu viel und hat mein Vorankommen sehr beeinträchtigt. Es war eine schöne Reise mit vielen neuen technischen Gedanken, schönen Bildern und einem Erlebnis der australischen Superlative. Meine Liebe zur Freiheit dem Outback und der Möglichkeit mit dem Rad unterwegs zu sein ist durch diese Tour nur stärker geworden. Ein Dankeschön an alle lieben Menschen die mir geholfen haben einen weiteren Traum zu realisieren. Auch ein herzliches Dankeschön an alle Besucher meiner Website die im Internet mitgefahren sind. Ich habe während der Tour sehr oft an Euch gedacht und auch Bildmaterial für Euch gemacht und es online gestellt. Ich weiß, dass es viele Menschen gibt die meine Website täglich besuchen.

Den genauen Streckenverlauf, Bilder und alle News gibt es wie üblich auf meiner website www.tilmann.com

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Beliebte Radrouten in Deutschland: Donauradweg – vom Schwarzwald Richtung Westen bis ins Schwarze Meer.  Elbe-Radweg – die Mündung ist bei Hamburg in der Nordsee, die Quelle in der Tschechischen Republik. Rheintal-Radweg – vielseitiger Flussradweg mit attraktiven Landschaften und sehenswerten Großstädten. Der Mainradweg –  attraktive Ost-West-Route mit vielfältigem Gastgewerbe. Weserradweg und Altmühltalradweg sind Kassiker unter den Fluss-Radwegen.Der Bodenseeradweg – verbindet auf seiner Route entlang des See-Ufers Deutschland mit Österreich und der Schweiz. Der Ostsee-Küsten-Radweg verläuft haüfig in Küstennähe und bezieht viele attraktive Bade-Orte ein. Der Lahntal-Radweg ist klein aber fein. Familienfreundlich, weil überwiegend flach führt der Fuldatalradweg durchs hessische Mittelgebirge. Der Rennsteig-Radweg bietet eine tolles Terrain für sportlich ambitionierte Radfahrer. Für Weinkenner und Feinschmecker ist der Mosel-Radweg ein kleines Paradies. Flussradwege in Österreich: SalzkammergutRadweg - 345 km durch das Bundesland Oberösterreich. Tauernradweg entlang der Flußläufe Saalach, Salzach und Inn. Drauradweg - 366 km durch Tirol und Kärnten. Der Enns-Radweg - führt auf 250 km durch Steiermark, Oberösterreich und Salzburg. Murradweg - von den Alpen durch die Steiermark. Innradweg - 530 km von Maloja (Schweiz) bis Passau (Deutschland).