Luft sorgt für Fahrkomfort


Bei Kopfsteinpflaster sind "dicke Schlappen" Federungs-Sytemen überlegen. (Foto: Schwalbe)

Physikalische Fakten

Eine dicke Fahrradbereifung, also ein Reifen mit großem Querschnitt rollt bei gleichen Spezifikationen (Profil, Gummimischung, Karkassenaufbau, Luftdruck) deutlich leichter als ein dünner. Für den direkten Vergleich mit einem 37er Marathon-Reifen mit 4 bar Luftdruck bedeutet es, dass der 60er Big Apple um die Hälfte - also auf 2 bar - reduziert werden kann und beide trotzdem den gleichen Rollwiderstand aufweisen. Laut einer Untersuchung der Sporthochschule Köln führt der halbierte Luftdruck zu 25 % weniger Erschütterungen auf Kopfsteinpflasterstrecken.

Theoretisch kann man mit einem 60er Reifen ca. 54 mm Federweg erzielen, also etwa gleich viel wie Federgabeln an Trekking- und Citybikes. Immerhin, im Fahrbetrieb kann man Hindernisse bis ca. 5 cm Höhe beziehungsweise 4 cm mit dem 50er Big Apple überrollen. Und auch die Dämpfung funktioniert: Dafür sorgt die Eigendämpfung von Karkasse und Reifengummi. Keine Frage - in dieser Hinsicht liefert die Big Apple Fahrradbereifung überzeugende Argumente.

Noch überzeugender wiegt der Vorteil des direkten Ansprechverhaltens. Dazu muss man wissen, dass im Alltagsbetrieb ein gutes Ansprechverhalten wichtiger ist als ein möglichst großer Federweg. Ein voluminöser Reifen mit entsprechend reduziertem Luftdruck schluckt die vielen kleinen Schläge des Radleralltags besser als die meisten Federungssysteme von Trekking und City Bikes. Erst im High End Bereich gibt es Fahrwerke, die wirklich sensibel reagieren. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, gibt es diese aber nur an teuren Mountainbikes.

Studie der Sporthochschule Köln (Foto: Schwalbe)

Die Grafik macht die überlegene Performance der dicken Schlappen deutlich. Auf einer Kopfsteinpflaster-Teststrecke konnte die BIG APPLE-Bereifung die Vibrationen am Lenker um ca. 36 % reduzieren, während zwei parallel getestete Trekking-Federgabeln auf die unangenehmen Vibrationen fast gar nicht reagierten.

Die Studie der Sporthochschule Köln stimmt mit den subjektiven Fahreindrücken vieler Testfahrer überein. Gefederte Trekking- und Citybikes schlucken zwar grobe Schläge, aber auf waschbrettartigen Oberflächen wie Kopfsteinpflaster sind sie überfordert. Falsch eingestellte, mangelhafte oder schlecht ansprechende Federungen sind in Ausnahmesituationen sogar kontraproduktiv. Nämlich dann, wenn Resonanzschwingungen auftreten, also die Ursprungsschwingungen sogar noch verstärkt werden.

Auch beim Pannenschutz haben dicke Reifen Vorteile: Durch den geringeren Luftdruck kann die Reifenkarkasse spitzen Gegenständen besser ausweichen. Labormessungen zeigen, dass ein Dorn bei dicken Reifen 33 % später in die Karkasse eindringt. Außerdem punkten die "Dicken" auch noch beim Durchschlagschutz (Snakebikte).

 

 

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