Radfahren spielend lernen


Ganz wichtig: Die Vorgehensweise vorab erklären. (Foto: Pressedienst Fahrrad)

Radfahren ist eine komplexe Angelegenheit. Es erfordert die Koordination von Lenken, Beschleunigen, Treten, Bremsen und die Einbeziehung der Umgebung. Wenn ein fünf- bis sechjähriges Kind 1-2 Jahre Roller gefahren ist, diesen sicher beherrscht und von sich aus Radfahren lernen will, ist das Umsteigen auf erste Kinderrad meist ein Kinderspiel.

Vorgehensweise: Lassen Sie Ihr Kind als erstes das Auf- und Absteigen und die Handhabung bei kleinen Schiebe-Manövern üben. Wenn das sicher beherrscht wird, ist es eine Erfolg versprechende Methode, das Kind auf ein für seine Körpergröße passendes Rad zu setzen, anschieben, mit einer sanft führenden Hand begleiten und loslassen. Laufen sie neben Ihrem Kind her, um möglicherweise zur Stelle zu sein, falls Kind und Rad umzufallen drohen. Folgendes ist dabei noch zu beachten:

  • Die Vorgehensweise vorher mit dem Kind besprechen.
  • Ein geeignetes, sicheres und weitläufigen Gelände (z.B. ausreichend großer Hof) auswählen.
  • Während des Vorgangs keine Erklärungen abgeben. Allenfalls die Aufforderung in die Pedalen zu treten.
  • Am besten helfen Aufmunterungen wie „das machst Du gut“ oder Ähnliches.
  • Der Sattel darf nur so hoch eingestellt sein, das das Kind mit beiden Füßen sicher den Boden erreicht.
  • Helm aufsetzen und los geht’s.
Lob und richtig dosierte Unterstützung vermitteln Sicherheit. (Foto: Pressedienst Fahrrad)

In vielen Fällen kann das Kind bereits nach wenigen Wiederholungen selbständig mit seinem Kinderfahrrad fahren. Der Rest ist dann dosierte, spielerische Übungssache.

Sollte diese Methode nicht zum Erfolg führen, ist es wichtig, das Kind zunächst mit dem neuen  Kinderfahrrad ausreichend vertraut zu machen. Dazu hat sich folgende Methode bewährt: Man baut die Kurbeln und Pedale des Kinderrades ab und lässt das Kind das Fahrrad als „Laufmaschine“ benutzen. Nach kurzer Zeit wird es von selber die Füße hochnehmen, sich rollen lassen und automatisch das richtige Gleichgewicht finden. Voraussetzung ist, dass es vom Sattel aus mit den Füßen auf den Boden kommt, und dass das Kinderfahrrad eine funktionierende Handbremse hat, da der Rücktritt noch nicht ein­setzbar ist. Schon nach kurzer Zeit können Kurbeln und Pedale wieder montiert werden. Jetzt verfahren Sie wieder wie oben beschrieben.

Der nächste Schritt ist dann das Lernen des Bremsvorgangs. Das erste Kinderrad sollte über einen Rücktritt verfügen, denn das dosierte Rückwärtstreten ist einfacher als eine Handbremse zu betätigen. Am Anfang bremsen Kinder meist intuitiv mit den Füßen auf der Fahrbahn ab. Korrigieren Sie diese Art des Bremsens nicht gleich. Wenn nach ein paar Tagen das Fahren sicher beherrscht wird, können Sie mit dem Üben des Bremsvorgangs beginnen. Verfahren sie dabei wie oben: Handhabung erklären, sicheres Übungsgelände auswählen, bei den ersten Bremsversuchen in unmittelbarer Nähe sein, Lob aussprechen und üben. Wenn das Rücktrittbremsen einige Monate geübt wurde und sicher beherrscht wird, kann man dazu übergehen, auch das Bremsen mit der Handbremse einzubeziehen.

Wichtiger Hinweis:

Auch wenn es mit dem Fahren und Bremsen sicher klappt, läuft noch nicht alles wie geschmiert. Das Rad ist aus Sicht des Kindes ein Spielgerät. Die erweiterte Umgebung kann erst im Alter ab ca. 8 Jahren langsam mit einbezogen werden. Nach 1-2 Jahren spielerischen Radfahrens auf sicherem Gelände, in Parkanlagen usw. kann man langsam dazu übergehen, das Kind auf kurzen Strecken auf dem Gehweg und später auch auf dem Radweg vertraut zu machen.

Stützräder sind kontraproduktiv für das Erlernen des Radfahrens!

Irrweg Stützräder

Stützräder an Kinder-Fahrrädern sind weit verbreitet, weil viele Erwachsene glauben, dass sie für das Erlernen des Radfahrens hilfreich sind. Das Gegenteil ist der Fall. Nur wenige wissen: „Stützräder sind Stürzräder“. „Sie vermitteln dem Kind ein völlig falsches Fahrgefühl ...“ kritisiert der Verkehrspädagoge Professor Briese. So wird beispielsweise ein falsches Kurvenfahrverhalten erlernt, was beim späteren Weglassen der Stützräder beim Kind zu großen Irritationen führt. Außerdem kommt es häufig zu schwierigen Fahrsituationen und sogar relativ häufig zu Stürzen, weil ein solches Gerät in Kurvenfahrt leicht umkippen kann. Die Fahrdynamik eines normalen zweirädrigen Kinderrades ist damit nicht vergleichbar.

Nicht selten sieht die Radfahrer-Karriere mit Stützrädern so aus: Ein Kind bekommt ein Fahrrad geschenkt (beispielsweise im Alter von 4 oder 5). Doch die anfängliche Freude ist schnell dahin. Das unsichere Gewackele auf dem Kinderrad mit Stützrädern gefällt ihm überhaupt nicht. Trotzdem drängen ihre Eltern wieder und wieder, das neue Rad zu benutzen. Sie glauben, dass das Fahren mit Stützrädern eine optimale Vorbereitung für das „richtige“ Radfahren ist. Schließlich mündet das Ganze in einem Meer von Tränen und Enttäuschung.

Statt mit Stützrädern zu fahren, sollten  Kinder vor dem Radfahren lernen, zunächst ausgiebige Erfahrungen auf einem Kinderroller sammeln. Auch die so genannten „Kinder-Laufräder“ sind eine große Hilfe für das kindgemäße Erlernen des Zweiradfahrens.

Weiterführende Informationen

Wenn es nicht so klappt, wie Eltern sich Eltern das wünschen, ist die "Bonner Fahrradschule für Kinder" von Lilo Franzen eine hilfreiche Adresse: www.lilofranzen.de

 

 

 

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