Radwege in Deutschland


Die Bedeutung von Radwegen für Nahverkehr und Radtourismus

Ob Radwanderer oder Berufspendler, ob Schüler oder Urlauber, unterschiedlichste Personengruppen schätzen die gut ausgebauten Radwege in ganz Deutschland. Grundsätzlich erfüllen Radwege dabei zwei Aufgaben: Zum einen trägt das Radfahren wesentlich zur Entlastung des Straßenverkehrs bei. Durch die Benutzung von eigenen Wegen und Fahrspuren für den Radverkehr wird zu einem reibungslosen und zudem sozial- und umweltverträglichen Nahverkehr beigetragen. Sowohl als sicherer Weg zur Arbeit als auch als tägliche Route, die bei Erledigungen und Freizeitaktivitäten zurückgelegt wird, spielt ein gut ausgebautes Radwegenetz eine entscheidende Rolle. Eine zweite zentrale Bedeutung besteht für den Radtourismus. Radfernwege stellen attraktive Ziele für aktive Urlauber dar und können die Entscheidung für ein bestimmtes Reiseziel entscheidend beeinflussen.
 

Radfahren im Nahverkehr

Mit dem Fahrrad zur Arbeit? Was vor wenigen Jahren für viele Arbeitnehmer noch kaum vorstellbar war, erfreut sich - nicht zuletzt durch das Vorbild anderer Länder - in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Die Gründe für das Umdenken in Sachen "entspannter Arbeitsweg" liegen dabei gerade in Großstädten auf der Hand: Das stetig steigende motorisierte Verkehrsaufkommen macht das Pendeln mit dem Auto besonders in die Innenstädten tagtäglich zur Geduldsprobe. Wie viel schneller und zudem umweltverträglicher es mit dem Fahrrad geht, erproben aus diesem Grund immer mehr Menschen - und sind von der Zeitersparnis und den gesundheitlichen Effekten meist positiv überrascht. Über die Vorteile für den Einzelnen hinaus wird die Mobilität mit dem Rad schließlich auch von den Kommunen und Städte gerne gesehen - denn eine Verbesserung der Luftqualität besonders in größeren Metropolen erscheint zunehmend als wesentliches Ziel der Städteplanung. Wie viel Bedeutung dem Radfahren in Städten zugemessen wird, zeigen dabei nicht zuletzt auch Aktionen wie das "Stadtradeln" oder das vom ADFC ins Leben gerufene Projekt "Mit dem Rad zur Arbeit".
Kurzum: Also nichts wie rauf aufs Rad? Damit genau dieser Plan aufgehen kann, bedarf es selbstverständlich der passenden Infrastruktur, um die Sicherheit und die reibungslose Fortbewegung mit dem Rad tatsächlich möglich zu machen. An diesem Punkt kommen nun die Bedeutung gut ausgebauter Radwege ins Spiel. Wird ihr Verlauf effizient und gemäß des tatsächlichen Bedarfs geplant, so können sie erheblich zur Entlastung des Verkehrsaufkommens auf den Straßen beitragen und werden in der Regel nicht nur von Berufspendlern, sondern auch von Schülern und Studenten sowie für die Erledigung von Einkäufen und Besorgungen gerne angenommen. Eine besonders vielversprechende Maßnahme stellt in diesem Zusammenhang auch die gezielte Verknüpfung von Radwegprojekten und der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr dar. Ausgewiesene Park & Ride Stationen erweisen sich als ebenso vorteilhaft wie die Möglichkeit, Fahrräder in Bussen und Bahnen mitnehmen zu können. Insbesondere in Ballungsräumen wie im Rhein-Main-Gebiet oder in Großstädten wie München und Berlin eröffnen Radwege Möglichkeiten, den Nahverkehr neu zu gestalten - und damit die Lebensqualität vor Ort zu verbessern.

Die Grundlage für die Radverkehrspolitik bildet der Nationale Radverkehrsplan (NRVP). Ein wichtiger Aspekt ist, das darin quantitative Zielsetzungen (z. B. Steigerung des Radverkehrsanteils im städtischen und ländlichen Raum) formuliert sind.
 

Fahrradwege für touristische Zwecke

Vom alltäglichen Pendelverkehr zur Entschleunigung im Urlaub: Bei Radrouten, die vorwiegend für touristische Zwecke angelegt werden, erscheinen fundamental andere Aspekte von Bedeutung. Um Reisende in eine Region zu locken, spielt vor allem der Freizeit- und Erholungswert einer Radtour eine wesentliche Rolle. Eine attraktive Tour für Touristen bietet daher im Optimalfall einen abwechslungsreichen Streckenverlauf, der an vielen interessanten und sehenswerten Orten vorbeiführt. Von besonderer Bedeutung ist darüber hinaus die entsprechende Infrastruktur vor Ort. Cafés und Restaurants liegen idealerweise direkt an der Strecke oder in unmittelbarer Nähe und laden zur gemütlichen Rast oder zur komfortablen Übernachtung ein. Speziell für Familien mit Kindern sind zudem kinderfreundliche Unterkünfte und Freizeitangebote entlang der Strecke ein wesentliches Argument, sich für eine bestimmte Fahrradroute zu entscheiden.
Doch wie sieht nun das Angebot in Deutschland hinsichtlich dieser Aspekte aus? Unterscheiden lassen sich zunächst einmal regionale Radwege mit einer begrenzten Länge von etwa 20 bis 200 Kilometern und Fernradwege, die sich teilweise sogar über mehrere Länder erstrecken. Die Nutzung ist entsprechend ihrer Länge unterschiedlich. Während erstgenannte sich vor allem für einen Tagesausflug im Rahmen eines längeren Urlaubs eignen, bieten Radfernwege optimale Voraussetzungen, um mehrtägige Radtouren zu planen und zu gestalten. Berühmte Beispiele für in dieser Art zu nutzende Langstrecken-Radrouten sind etwa der Europaradweg, und die Radrouten entlang beliebter Flüsse wie Main, Elbe, Rhein, Lahn und Donau. Wer im Urlaub nicht nur allgemein Landschaften und Regionen sportlich entdecken, sondern gezielt einem besonderen Interesse nachgehen möchte, liegt schließlich mit einer Tour auf einer Themenradtour richtig. Je nach Weg können Radfahrer beispielsweise verschiedene kulturelle Stationen anfahren, auf den Spuren berühmter Persönlichkeiten wandeln oder architektonische Highlights bewundern. Welchen Komfort ein Radwanderweg für Urlauber im Einzelnen bietet, lässt sich dabei im Vorhinein anhand von diversen Gütesiegeln und Zertifizierungen prüfen. Unterschiedliche Institutionen wie der ADFC vergeben Auszeichnungen wie das Siegel "ADFC-Qualitätsradroute" nach klaren und transparenten Kriterien, die für jedermann einsehbar sind.

Fazit: So unterschiedlich die Anforderungen auch sein mögen: Durchdacht geplante Fahrradwege bereichern das Leben der Menschen in vielfältiger Art und Weise und sind damit aus der Infrastruktur in Deutschland nicht wegzudenken.