Spielend lernen ist das A und O. (Foto: Pressedienst Fahrrad)

Für Eltern ist es eine zentrale Frage, wann sie ihr Kind an das Radfahren heranführen. Grundsätzlich gilt: Ein Kind ist bereit, wenn es die notwendigen körperlichen, motorischen und psychischen Entwicklungsschritte gemacht hat. Dabei ist es sehr hilfreich, wenn vor dem Radfahren ausgiebig Laufrad und/oder Rollerfahren geübt wurde und neben dem Fahrzeug das Gehen nicht zu kurz kommt.

Für eine kindgerechte Entwicklung der Motorik ist ein ausreichendes Training der Haltemuskulatur, der langsamen Steigerung der Ausdauerfähigkeit des Gehens, des Erlernen des Gleichgewichts, Gehvariationen und –Techniken etc. von großer Bedeutung. Am besten wird das durch spielerisches Verhalten erlernt, wie etwa bei ausgiebigen Entdeckungstouren mit Rumstöbern, Stochern, hier und da Gucken, Anfassen und Erforschen, was die Umgebung sonst noch zu bieten hat. Auch für die psychische Entwicklung ist das Untersuchen, die Spontaneität, das Pausieren, das Entdecken, die Abwechslung durch unterschiedliche Reize usw. sehr wichtig. Zu viel Fahrzeugmobilität verhindert dieses natürliche kindgerechte Verhalten.

Auf dem Laufrad werden wichtige Grundlagen für das spätere Radfahren erlernt. (Foto: Pressedienst Fahrrad)

Laufrad und Roller sind die richtigen Fahrzeuge für 2 – 4jährige. Ist die mobile Kleinkindphase überwunden, steht das Erlernen des „richtigen“ Zweiradfahrens bevor. Wenn über einen längeren Zeitraum mit Laufrad und/oder Roller geübt wurde und das Kind von sich aus bereit ist, ist der Übergang zum Kinderrad normalerweise ein Kinderspiel. Je nach individueller Entwicklung ist das Alter 5-6 Jahre das richtige Einstiegsalter.

Zu früh zu viel

Natürlich gibt es bei der individuellen Entwicklung zum Teil erhebliche Unterschiede: Manche Kinder haben mit 5 Jahren noch Schwierigkeiten auf einem Roller oder Fahrrad auch nur die Balance zu halten. Andere können das bereits mit Drei oder. Dennoch warnen Experten davor, Drei- und Vierjährige schon an das Radfahren heranzuführen. In diesem Alter sind Kinder mit den komplexen Anforderungen, die beim Radfahren an sie gestellt werden, psychisch überfordert und geraten unweigerlich ein ums andere Mal unter Leistungsdruck, Stress oder stürzen häufig. Die Hauptursache dafür ist, dass Kinder entwicklungsbedingt noch nicht mehrere Dinge gleichzeitig tun können, was jedoch für das Radfahren erforderlich ist.

Nicht selten sind es die Eltern, die meinen, Ihr Kind müsse in einem bestimmten Alter Radfahren lernen. Lilo Franzen, Gründerin einer Kinder-Fahrradschule weist darauf hin, dass viele Eltern zu früh zu hohe Erwartungen an ihr Kind richten und die entwicklungsbedingten Fähigkeiten bei weitem überschätzen. Wenn die elterlichen Erwartungen und der Druck für das Kind zu groß werden, geht das Spielerische verloren. Das kann zu Lustlosigkeit und – gar nicht so selten - bis hin zur Totalverweigerung führen.

Zu früh zu viel ist auch beim Erlernen des Verkehrsgeschehens der vorherrschende Trend. Wenn Kinder das Radfahren körperlich und motorisch beherrschen, heißt das noch lange nicht, dass sie von dem Geschehen auf Straßen und Radwegen nicht überfordert werden. Erst mit etwa acht Jahren sind Kinder fähig, sich über eine längere Zeit auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. Voll ausgebildet ist diese Fähigkeit jedoch erst mit etwa vierzehn Jahren (Prof. Maria Limbourg). Auch die Einschätzung von Geschwindigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer – also die Fähigkeit Zeit und Raum in Einklang zu bringen – gelingt erst im Alter von etwa elf bis zwölf. Jüngere Kinder sind im Straßenverkehr überfordert und können bestenfalls in Begleitung Erwachsener mit eindeutigen Anweisungen auf Kurzstrecken im Verkehrsgeschehen teilnehmen. Auch zur Schule sollten Kinder unter Zwölf nur fahren, wenn die Strecke kurz und übersichtlich, das Verkehrsaufkommen gering und die Strecke zusammen mit Erwachsenen über einen längeren Zeitraum eingeübt wurde.

Entwicklungsbedingte Grundvoraussetzungen:

  • Gleichgewicht: Mit ca .3 - 4 Jahren ist das Kind in der Lage, auf einem Bein stehend, ca. eine Minute das Gleichgewicht zu halten. Erst dann ist es sinnvoll, das Kind an das Rollerfahren heranzuführen.

  • Differenzierte Wahrnehmung: Kinder können noch nicht mehrere Handlungen gleichzeitig vollziehen. Erst mit ca. 8 Jahren kann sich ein Kind im begrenzten Maße gleichzeitig sowohl auf die Vorgänge des Radfahrens als auch auf Vorgänge im näheren Umfeld (z. B. Straßenverkehr) konzentrieren. Daher sollten Kinder erst mit ca. 5-6 Jahren an das Radfahren herangeführt werden, aber zunächst noch nicht am Verkehrgeschehen teilnehmen. Auch der Gesetzgeber trägt der kindlichen Entwicklung Rechnung: Gemäß StVO müssen Kinder bis zu ihrem achten Geburtstag zum Radfahren den Fußweg benutzen. Auch räumliches Hören ist für kleinere Kinder noch nicht möglich. Die Fähigkeit, Geräuschen eine Richtung zuzuordnen entwickelt sich erst mit der Zeit.

  • Erst mit 7 oder 8 Jahren wird das Fahrrad zu einem Fortbewegungsmittel, was in das Spiel mit einbezogen wird oder mit dem man den Freund in der Nachbarschaft erreichen kann. Vor diesem Alter sind Kinderfahrzeuge zwar eine Erleichterungen für die Mobilität der Eltern aber keine wirkliche altersgerechte Förderung der motorischen Entwicklung des Kleinkindes.

  • Mit ca. 12 Jahren ist ein Kind in der Lage, die Geschwindigkeit eines herannahenden Autos einigermaßen richtig abzuschätzen.

Ein Kind, das zu früh, und womöglich mit Stützrädern an das Radfahren herangeführt wird, lernt es schwerer und wird weniger Spaß daran haben. Ungünstige Lernbedingungen werden auch durch „Gruppenzwang“ hergestellt, dem Kinder durch größere Geschwister oder Nachbarskinder ausgesetzt sein können. Es gehört viel Einfühlungsvermögen von Seiten der Eltern dazu, die Gratwanderung zwischen dem was das Kind will und was für das Kind das Richtige ist, herauszufinden.

Für viele Kinder ist es das Tollste, auf Mamas oder Papas großem Rad zu fahren. Kinder sind sehr ehrgeizig und wissen selbst nicht, dass sie sich überfordern können. Deshalb kann es seitens der Erwachsenen erforderlich werden, all zu viel kindlichen Ehrgeiz zu bremsen, um das Kind zu schützen. 

Weiterführende Informationen

Wenn es nicht so klappt, wie Eltern sich das wünschen, ist die "Bonner Fahrradschule für Kinder" von Lilo Franzen eine hilfreiche Adresse: www.lilofranzen.de

Unfallgefahren

Die Zahl verunglückter Kinder mit dem Rad ist hoch. Dabei ist der Anteil Rad fahrender Kinder unter 15 Jahren, die ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer einen Unfall erleiden und stationäre Krankenhausbehandlung erfordern, nach Angaben der Deutschen Verkehrswacht hervorzuheben. Als Hauptursachen für Stürze, Kollisionen usw. sind mangelnde Verkehrserziehung, Überforderung und unzureichende Entwicklung der Motorik anzusehen.

Auch bei den Kinderunfällen mit tödlichem Ausgang ist der Fahrradanteil hoch: Von den 311 im Jahr 1997 tödlich verunglückten Kindern unter sechs Jahren starben 10 % bei Fahrradunfällen (Bundesanstalt für Straßenwesen). Als Unfallursache gilt in vielen Fällen die Überforderung der Kinder im Verkehr. Verkehrsexperten raten deshalb vom Radfahren auf öffentlichen Wegen bzw. Straßen für Kinder im Vorschulalter ab.

 

 

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