RHEIN-RADWEG (Rheinradweg) - von der Quelle bis zur Mündung - 1400 km



Kurz-Info:
Länge in Kilometern: 1400 km
Land: Schweiz,Deutschland,Frankreich,Niederlande
Besondere Merkmale: Fernradweg
Flussradweg
Eltern-Kind-Tour
Genießertour (Landschaftlich reizvoll, geringe Steigungen, etc.)
Tour/Route mit besonderen kulturellen Höhepunkten
Rennrad-Tour
Naturerlebnis-Route
Geeignet für : Touren-, Trekking-, Reiserad
Eltern/Kind Tour
Rennrad


RHEIN-RADWEG (Rheinradweg) - von der Quelle bis zur Mündung Bild 1
RHEIN-RADWEG (Rheinradweg) - von der Quelle bis zur Mündung Bild 2

Bundesland/Region
Der insgesamt rund 1400 Km lange Rhein-Radweg führt den Radler vom Quellgebiet in den Schweizer Alpen bei Andermatt ins Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz. Entlang der Grenze zu Frankreich kann man wahlweise auf deutschem (Baden Württemberg) oder französischem Boden (Elsaß) radeln. Auf der französischen Seite verläuft die "Veloroute Rhein" (Rheinradweg) auf der deutschen Seite der "Rheintal-Radweg". Auch weiter flußabwärts bleibt der Rhein Grenzfluß und trennt erst die Bundesländer Rheinland Pfalz und Baden Württemberg und dann Hessen und Rheinland Pfalz. Bei Kleve verläßt der Rheinradweg Deutschland und führt quer durch die Niederlande zum Mündungsdelta nahe Rotterdam.

Charakteristik
Die Rhein-Radroute ist landschaftlich ausgesprochen abwechslungsreich: Schweizer Hochgebirge, Bodensee, Schwarzwald, die malerischen Rheintalauen und die ländliche Idylle am Niederrhein bis hin zu den absolut flachen Niederlanden. Sehenswerte Städte mit kultureller Vielfalt und städtebaulichen Attraktionen liegen direkt auf der Route. Stellvertretend seien Basel, Speyer, Mainz, Köln und Nijmegen genannt.
Vom Startpunkt Andermatt bis nach Basel sind grandiose Alpenpanoramen, wildromantische Täler und schöne Abfahrten charakteristisch für die Tour. Es geht durch schmucke Dörfer und verwinkelte Mittelalterstädte am Hochrhein entlang bis zum Bodensee, an dem Badefreuden und Wassersport locken. Auf dem Weg kommt man auch am Rheinfall von Schaffhausen vorbei, dem bedeutendsten Wasserfall Europas - sicher einer der Höhepunkte auf dem ersten Teil der Strecke. In Basel kann man die Rosengärten im Landhaus Ettenbühl oder das anatomische Museum besichtigen. Im weiteren Verlauf führt der Rhein-Radweg den Interessierten durch die Oberrheinische Tiefebene entweder linksrheinisch auf französischem oder rechtsrheinisch auf deutschem Gebiet den Fluss entlang durch das Elsass, die Vogesen und den malerischen Schwarzwald am Kaiserstuhl mit seinen Weinbergen vorbei. Manchmal hat der Fahrradfahrer die Wahl zwischen alternativen Routen auf der einen oder anderen Rheinuferseite: In der Nähe von Freiburg kann man entweder direkt am Rhein entlang fahren oder den Rheintal-Radweg nehmen und durch die Stadt Freiburg hindurch radeln. Die Wege führen später wieder zusammen. Gleiches gilt z.B. südlich von Strassburg/Strasbourg, wo sich die Wege erneut trennen, um nahe Rastatt wieder zusammen zu laufen.
Am Mittelrhein wird die Rhein-Radtour durch Weinbau, Burgen und bekannte Städte wie Rüdesheim, Speyer, Mainz und Worms sowie die vielen Flußwindungen geprägt, durch die sich der Strom voran arbeitet. In diesem Abschnitt herrscht das romantische Image von "Vater Rhein". Sagen und Mythen wie die der Loreley (bei St. Goar) und der Niebelungen sind hier entstanden.
Weiter flußabwärts beginnt der Niederrhein. In seinem Verlauf locken Städte wie Bonn, Köln, Düsseldorf, Nijmegen und Rotterdam mit urbanen Höhepunkten zum Verweilen. Am Niederrhein sind zudem viele ländliche Gebiete mit agrarwirtschaftlicher Nutzung vorzufinden, in denen es sich ruhig von einem Dorf zum anderen radeln lässt. Insbesondere zwischen Düsseldorf und Oberhausen existieren auch eine Reihe von Industriegebieten, wo es sehenswerte Zeugnisse der Industriekultur zu besichtigen gibt.

Höhenprofil
Auf dem ersten, dem schweizerischen Streckenteil, geht es auf und ab. Für Ungeübte oder für Kinder sind dieser Teil der Radroute nur bedingt zu empfehlen. Vom Bodensee bis Basel gibt es keine nennenswerten Steigungen mehr. Sportlich ambitionierte Bergradler können dennoch, speziell im Süden Deutschlands und in der Schweiz, auf ihre Kosten kommen, indem sie Abstecher in die Weinberge, Mittelgebirge bzw. die Alpen machen. Mittelgroße Höhenunterschiede sind teilweise auch am Ober- und Mittelrhein vorzufinden. Dagegen ist das Höhenprofil am Niederrhein ausgesprochen flach, was ihn auch für Eltern mit Kindern oder weniger ambitionierte Senioren zum Raderlebnis werden lässt.
=> Eine interessante Variante für die Tourenplanung stellt die Rheinschiffahrt dar: Sie ermöglicht es, Teilstrecken gemütlich an Bord zurückzulegen.

Sehenswürdigkeiten
Die Regionen und Ortschaften entlang der Rheinradroute bieten Reisenden eine enorme Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, die nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch im Weltmaßstab von herausragender Bedeutung sind. Die außergewöhnlich hohe Bedeutung erklärt sich auch aus der geschichtlichen Entwicklung Europas. Bereits in der vorrömischen Zeit diente der Rhein als wichtiger Handelsweg. Mit ihm sind Mythen und Geschichten wie die der Nibelungen und der Loreley verbunden. Der Dichter Heinrich Heine wurde durch den Loreleyfelsen südlich von Koblenz zu einem Gedicht inspiriert, das wesentlich zum romantischen Image der Region beiträgt.

Hier eine kleine Auswahl von Sehenswürdigkeiten:

NATÜRLICHE Sehenswürdigkeiten:
Hier ist zunächst der Rhein selbst als einer der längsten Flüsse Europas zu nennen. Mit einer Breite von bis zu 700 Meter ist er eine Sehenswürdigkeit an sich.
Bodensee: Max. 74 Km x 14 Km großer See im Grenzgebiet von Deutschland, Österreich und der Schweiz, an dessen Ufer sich verwinkelte Fischerdörfer und urige Städtchen befinden. Er ist für Baden und Wassersport gut geeignet. Sehenswert ist u.a. die Blumeninsel Mainau.
Rheinfall von Schaffhausen: In der Nähe der reizvollen schweizerischen Stadt Schaffhausen befindet sich der Rheinfall - einer der bedeutendsten Wasserfälle Europas. Die Wassermassen tosen auf einer Breite von 150 Meter 23 Meter in die Tiefe.
Schwarzwald: Dicht bewaldetes Mittelgebirge mit Erhebungen bis zu fast 1500 Meter Höhe. In den tieferen Lagen wird Ackerbau, Obstanbau und speziell Weinbau betrieben.
Mittelrhein zwischen Bingen und Bonn: Ein sehr schöner Flussabschnitt, der durch Weinberge und Burgen romantisch geprägt ist. Er wird von Mittelgebirgen wie dem Hunsrück und dem Westerwald eingegrenzt. Das obere Mittelrheintal ist als Welterbe der UNESCO ausgewiesen. Bei St. Goar liegt der Loreleyfelsen. Hier ist der Rhein von 200 Meter hohen Felswänden umgeben und nur 115 Meter breit, aber 23 Meter tief.
Rheindelta in den Niederlanden: Etwa 30 Km vor der Mündung teilt sich der Rhein in zwei Arme (Lek und Waal) auf. Er durchquert sumpfiges Gebiet, das zum Teil unter dem Meeresspiegel liegt und durch Deiche geschützt ist, bevor er in die Nordsee mündet.

TECHNISCHE Sehenswürdigkeiten:
Friedrichshafen am Bodensee - Das Zeppelinmuseum stellt ausführlich die Geschichte der Luftfahrtschiffe dar.
Zwischen Mulhouse und Strasbourg - Nahe des Radwegs befindet sich der Rhein-Rohne-Kanal. Duisburg - großer Binnenhafen:
Rotterdam - der größte Hafen der Welt.

KULTURELLE Sehenswürdigkeiten:
Chur - älteste Stadt in der Schweiz, schon 3000 v. Chr. besiedelt
Basel - Anatomisches Museum, Architekturmuseum, Rosengärten im Landhaus Ettenbühl.
Strasbourg - die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern ist Weltkulturerbe der UNESCO.
Speyer - als Weltkulturerbe ausgewiesene Stadt mit fast 1000-jähriger Tradition, 55 Meter hohes Stadttor, jüdisches Viertel, Dom, Gedächtniskirche.
Mainz - Gutenberg-Museum zur Geschichte des Buchdruckes, Römisch-Germanisches Zentralmuseum.
Bonn - Marktplatz und Altes Rathaus, Beethovenhaus, Ägyptisches Museum, Bonner Münster, Haus der Geschichte. Freizeitpark Rheinaue mit Lehrpfad der Jahresbäume, Rheinauensee, Japanischer Garten, Poppelsdorfer Schloss.
Köln - Weltkulturerbe Dom, Museum Ludwig (zeitgenössische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts), Wallraf-Richartz-Museum (Malerei, Skulptur und Graphik vom Mittelalter bis zum Impressionismus), Römisch-Germanisches Museum, Volkstheater Millowitsch, SenftÖpfchen-Theater (Kabarett), Theater am Dom, Philharmonie, gute Musikszene (BAP, de Höhner).
Düsseldorf - Einkaufsstraße Königsallee, Altstadt mit vielen Kneipen und Brauhäusern, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Malereien des 20. Jahrhunderts von Picasso, Max Ernst, Georges Braque, Piet Mondrian und Marc Chagall).
Nimwegen - Sint-Stevenskerk und das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert.
Rotterdam - Museum Boymans-van-Beuningen mit einer bedeutenden Kunstsammlung (1847), die gotische Sint-Laurenskerk, Erasmus Universität. Größter Hafen der Welt.

Sonstiges
Im Frühjahr kommt es vor, dass der Rhein Hochwasser führt und der Radweg nicht benutzt werden kann.
Weitere Infromationen zum Rhein gibt es bei www.radwanderland.de und www.niederrhein-tourismus.de

Gastronomie
Der Rhein ist gastronomisch hervorragend erschlossen. Von einfachen Wirtschaften bis Spitzenrestaurants ist in unmittelbarer Fluaßnhähe häufig alles vertreten. Hervorzuheben sind die gastronomischen Spezialitäten der einzelnen Länder: Schweizer Schokolade und Käse. Nur wenige Regionen Frankreichs haben so viele Spitzenrestaurants und so viele Spezialitäten wie das Elsass. In Deutschland ist die badische Küche und die schwarzwälder sowie die pfälzische Hausmannskost vertreten. Am Niederrhein sollte man rheinischen Sauerbraten kosten, in Köln das helle (Kölsch) und in Düsseldorf das dunkle (Alt) Bier. In den Niederlanden Fisch und Meeresfrüchte.

Kartenmaterial
Eine Karte, die den gesamten Verlauf des Rheintal-Radweges darstellt, ist uns nicht bekannt (Anmerkung der Redaktion).
Sehr empfehlenswert sind die spiralgebundenen Radwanderführer der BVA, die es für verschiedene Teilabschnitte wie Niederrheinroute (Heinsberg - Kleve) oder Rheinradweg/Rijnfietsroute (Duisburg - Rheindelta) gibt.

Für nachfolgende Teilabschnitte empfehlen wir die ADFC-Touren- und Regionalkarten:
ADFC-Regionalkarten - Bodensee, Freiburg, Karlsruhe, Rhein-Main, Rhein/Neckar, Köln/Bonn, Niederrhein Nord und Süd, Ruhrgebiet West.
ADFC Radtourenkarten - Bodensee/Schwäbische Alb, Schwarzwald/Oberrhein, Rhein/Neckar, Rhein/Main/Nordhessen, Rheinland/Eifel, Münsterland/Niederrhein.

Alle genannten Karten und Wanderführer sind in unserem Internet-Shop verfügbar.

Reiseberichte; Literatur usw
Heinrich Heine: Loreley. Poesie für Kinder, Kindermann; August 2006, ISBN-10:
Manfred Fenzl: Der Rhein. Schaffhausen - Nordsee und zum Ijsselmeer, Edition Maritim, 2003, ISBN-10:

Ausschilderung
So unterschiedlich wie die Regionen, durch die die Fahrradroute führt, ist auch der Zustand und die Beschilderung. Pauschal lässt sich sagen, dass der Rhein-Radweg ein eigenständiger gut ausgebauter Radweg ist, der in weiten Teilen über eine asphaltierte Oberfläche verfügt. Auf wenigen Abschnitten ist Sand oder Schotter vorhanden. Meistens verläuft er am Ufer entlang, ab und zu innerorts und zuweilen neben der Straße. Mal ist der linksrheinische Teil besser ausgebaut als der rechtsrheinische, mal ist es umgekehrt. In diesen Fällen kann der Radler mit einer Fähre auf die andere Seite übersetzen oder die Teilstrecke mit Zug oder Rheinschiff zurücklegen.
Der Radtourist findet einen Radweg vor, der oft mit einem eigenen Logo gekennzeichnet ist. Der Rhein-Radweg wird in unterschiedlichen Ländern und Bundesländern unterschiedlich genannt. In der Schweiz heißt er Veloroute und in den Niederlanden Rijnfietsroute (hier sind auch die länderspezifischen Beschilderungen vorzufinden). Zwischen Bad Honnef und Rheinberg hat der Radweg z. B. die Bezeichnung Erlebnisweg Rheinschiene. Am Niederrhein gibt es beispielsweise die Bezeichnung Via Romana.

Anschluss- Erweiterungsoptionen
Mit dem Rheinradweg sind etliche regionale und nationale Radrouten verbunden. Hier eine kleine Auswahl:
Ab Konstanz auf dem Bodenseeradweg um den Bodensee herum.
Ab Lörrach über den Schwarzwald-Radweg nach Karlsruhe.
Ab Rheinfelden um Basel herum und an Mulhouse vorbei nach Lörrach auf dem Dreiland-Radweg.
In der Nähe von Worms auf dem Hessischen Radfernweg Nr. 9 in Richtung Main.
Nahe Koblenz auf dem Lahntal-Radweg in Richtung Gießen und Marburg oder auf dem Mosel-Radweg in Richtung Trier.
In der Nähe von Dormagen auf der Kaiserroute entweder westwärts nach Aachen oder ostwärts nach Paderborn.
Nahe Wesel auf der Römerroute durch das nördliche Ruhrgebiet in den Teutoburger Wald hinein.

Besonders geeignete Startorte mit günstigen Verkehrsanschlüssen
Friedrichshafen: Flughafen, gute Bahnverbindungen
Konstanz: gute Bahnverbindungen inklusive ICE-Anschluss, Autobahnanschluss
Freiburg: gute Bahnverbindungen inklusive ICE-Anschluss, Autobahnanschluss
Karlsruhe: gute Bahnverbindungen inklusive ICE-Anschluss, Autobahnanschluss
Mannheim: gute Bahnverbindungen inklusive ICE-Anschluss, Autobahnanschluss
Köln: Flughafen, gute Bahnverbindungen inklusive ICE-Anschluss, Autobahnanschluss
Düsseldorf: Flughafen, gute Bahnverbindungen inklusive ICE-Anschluss, Autobahnanschluss

Öffentlicher Nahverkehr
Gute Bahnverbindungen im gesamten deutschen und niederländischen Teil des Rheintals. In den größeren Städten und nahe der touristischen Attraktionen ist der öffentliche Nahverkehr gut ausgebaut. In ländlichen Gebieten ist dies weniger der Fall. Es gibt viele Fähren, mit denen der Radtourist über den Rhein übersetzen kann.
Entlang großer Teile des Rheintal-Radwegs besteht die Möglichkeit, Teilstrecken mit dem Schiff oder auch mit der Bahn zurückzulegen.

Tourist-Infos
Hilfreiche Informationen liefern die Websites der jeweiligen Städte.

Campingplätze entlang der Strecke
Die gesamte Rheinradroute ist sehr beliebt und entsprechend gut erschlossen. Das gilt sowohl für Campingplätze als auch für sonstige Unterkünfte in allen Preislagen.

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